Matcha Latte - Die cremige Alternative zum Cappuccino

Matcha Latte - Die cremige Alternative zum Cappuccino

Matcha Latte selbst machen: 2 g Matcha, 30 ml Wasser (80 °C), 200–250 ml Milch. Welche Milch am besten schäumt, welcher Matcha sich gegen Milch durchsetzt und wie Iced Latte und Cold Whisking gelingen.
Laura
Laura · Tee-Lexikon & Japan-Fan
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026 · Lesezeit ca. 5 Min.
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Laura ist unser "Tee-Lexikon" und ein echter Japan-Fan. Es gibt so gut wie keine Tee-Frage, auf die sie keine Antwort hat. In unserem Blog teilt sie dieses Wissen. Alle Beiträge ansehen →

Matcha Latte ist Matcha mit aufgeschäumter Milch – cremig, mild und mit deutlich weniger Bitterkeit als ein Cappuccino. Für die Zubereitung reichen 2 g Matcha, 30 ml Wasser und 200–250 ml Milch. Die wichtigste Regel: nicht den teuersten Tee nehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Matcha Latte braucht 2 g Matcha (zwei gehäufte Bambuslöffel, ca. 1 TL), 30 ml Wasser für die Paste und 200–250 ml Milch.
  • Das Wasser sollte rund 80 °C haben – kochendes Wasser macht Matcha bitter.
  • Für Latte eignen sich kräftigere Einstiegsqualitäten wie Bio Matcha Itsutsu besser als Premium-Tees: Sie setzen sich gegen die Milch durch.
  • Hafermilch (Barista-Version) schäumt am zuverlässigsten, weil ihr höherer Fettanteil den Schaum stabilisiert; Reismilch bleibt dünn.
  • Reihenfolge: erst Paste anrühren, dann Wasser, dann Milch – so entstehen keine Klumpen.

Was ist ein Matcha Latte?

Ein Matcha Latte ist grüner Tee in Pulverform, angerührt und mit aufgeschäumter Milch aufgegossen. Anders als beim Cappuccino wird das Pulver nicht extrahiert, sondern vollständig getrunken – du nimmst also das gesamte Blatt auf, inklusive der enthaltenen Catechine und der Aminosäure L-Theanin.

Das Koffein wirkt dadurch anders als bei Kaffee: L-Theanin verlangsamt die Aufnahme, weshalb Matcha meist als gleichmäßiger empfunden wird. Mehr dazu in unserem Artikel zu den Inhaltsstoffen von Matcha.

Gut zu wissen: 2 g Matcha enthalten etwa 60 mg Koffein. Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) liegt bei rund 90 mg – ein Matcha Latte ist also immer noch milder dosiert.

Welcher Matcha eignet sich für Matcha Latte?

Milch überdeckt feine Geschmacksnuancen. Ein hochpreisiger Premium-Matcha wie Hitotsu verliert im Latte genau das, wofür man ihn bezahlt: seine Süße und die feine Umami-Note.

Besser funktionieren kräftigere, nussigere Qualitäten. Unser Bio Matcha Itsutsu ist dafür gemacht – fruchtig-frisch mit deutlicher Nuss-Note, die auch durch Hafermilch noch durchkommt.

Milchsorte

Schaumverhalten

Geschmack mit Matcha

Kuhmilch (3,5 %)

sehr gut

Rund und süßlich – deckt die Herbe des Matcha ab

Hafermilch (Barista)

gut

Getreidig-süß – harmoniert mit den Nuss-Noten im Tee

Sojamilch

gut, flockt bei Hitze

Kräftig-bohnig – dominiert den Matcha leicht

Mandelmilch

mittel

Nussig – verstärkt die Nuss-Note des Matcha

Kokosmilch (Barista)

gut – reiner Kokosdrink schäumt kaum

Exotisch-fruchtig – die süße Kokosnote macht den Matcha frisch

Reismilch

schwach

Sehr süß, wenig Körper – bleibt dünn im Glas

Tipp: Flockt deine Pflanzenmilch aus? Das liegt an der Kombination aus Hitze und Säure. Milch nicht über 65 °C erhitzen und den Matcha erst danach zugeben – dann bleibt sie stabil.

Welches Zubehör brauchst du?

Vier Dinge machen den Unterschied zwischen klumpigem Grüntee und einem cremigen Latte:

  • Sieb (Furui): Matcha klumpt durch Feuchtigkeit. Ein Durchgang durchs Sieb ist der zuverlässigste Weg zu einer glatten Paste.
  • Bambusbesen (Chasen): 100 Borsten schlagen deutlich mehr Luft ein als ein Löffel oder eine Gabel.
  • Bambuslöffel (Chashaku): Ein gehäufter Löffel entspricht rund 1 g – zwei Löffel ergeben die Latte-Dosis, ganz ohne Waage.
  • Schale mit Ausguss: Ermöglicht sauberes Umgießen ins Glas, ohne dass Matcha am Rand hängen bleibt.

Wie bereitest du Matcha Latte zu?

1
Sieben

2 g Matcha (2 gehäufte Bambuslöffel) durch ein feines Sieb in die Schale geben.

2
Paste anrühren

30 ml Wasser mit 80 °C zugeben, mit dem Chasen glatt rühren – keine Klumpen mehr sichtbar.

3
Milch aufschäumen

200–250 ml Milch auf max. 65 °C erwärmen und aufschäumen.

4
Zusammenführen

Milch ins Glas, Matcha-Paste langsam darübergießen. Nach Wunsch mit Honig oder Ahornsirup süßen.

Für die klassische, japanische Zubereitung ohne Milch findest du alle Details in unserer Anleitung zur Matcha Tee Zubereitung.

💡
Lauras Tipp: Rühre die Paste immer mit warmem, nie mit heißem Wasser an. Bei 80 °C bleiben die Aminosäuren erhalten, bei 100 °C schmeckt der Tee auch unter der Milch noch bitter.

Wie machst du einen Iced Matcha Latte?

Für die kalte Variante änderst du nur zwei Schritte: Die Paste rührst du mit 30 ml warmem Wasser an – so löst sich das Pulver am schnellsten. Dann füllst du ein Glas mit Eiswürfeln, gibst 200–250 ml kalte Milch darauf und gießt die Paste zum Schluss über das Eis – so entsteht der typische zweifarbige Verlauf.

Wer Matcha ganz ohne Milch kalt trinken möchte, findet die Methode im Beitrag zu kaltem Matcha.

Funktioniert Matcha Latte auch mit kaltem Wasser (Cold Whisking)?

Ja. Matcha ist eine Suspension, kein Aufguss – das Pulver muss sich nicht in heißem Wasser lösen, sondern nur fein im Wasser verteilt werden. Beim Cold Whisking schlägst du 2 g gesiebten Matcha direkt mit 30 ml kaltem Wasser auf: mit dem Chasen etwa 30–60 Sekunden zügig in W-Bewegung, bis eine glatte, leicht schaumige Paste entsteht. Alternativ funktioniert ein Shaker mit zwei bis drei Eiswürfeln.

Der Geschmack verändert sich dabei spürbar: Ohne Hitze treten die Bitterstoffe (Catechine) weniger hervor, der Matcha schmeckt weicher und süßlicher. Cold Whisking passt deshalb besonders gut zum Iced Matcha Latte – die kalte Paste einfach über Eis und Milch gießen, ganz ohne Wasserkocher.

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Fazit

Ein guter Matcha Latte hängt an drei Stellschrauben: der richtigen Qualität (kräftig statt teuer), der Dosierung von 2 g Matcha auf 30 ml Wasser und 200–250 ml Milch sowie der Reihenfolge Paste vor Milch. Mit Sieb und Chasen dauert die Zubereitung keine drei Minuten.

Häufige Fragen

Welche Milch eignet sich am besten für Matcha Latte?

Kuhmilch mit 3,5 % Fett und Barista-Hafermilch liefern den stabilsten Schaum, weil ihr Fettanteil die Luftbläschen bindet. Barista-Kokosmilch bringt eine exotisch-fruchtige Note in den Latte; reiner Kokosdrink schäumt wegen des geringen Eiweißgehalts kaum. Mandelmilch verstärkt die nussige Note des Matcha, schäumt aber grobporiger. Reismilch bleibt dünn und ist für Latte weniger geeignet.

Wie viel Matcha brauche ich für einen Matcha Latte?

Für einen Matcha Latte brauchst du 2 g Matcha – das entspricht zwei gehäuften Bambuslöffeln oder etwa einem Teelöffel. Diese Menge passt zu 30 ml Wasser für die Paste und 200 bis 250 ml Milch. Mit weniger Pulver geht der Matcha im Milchanteil geschmacklich unter.

Warum flockt meine Pflanzenmilch im Matcha Latte aus?

Ausflocken entsteht durch die Kombination aus Hitze und Säure, besonders bei Sojamilch. Erhitze die Milch höchstens auf 65 °C und gib den angesetzten Matcha erst danach hinzu. Barista-Varianten enthalten Säureregulatoren und sind deutlich stabiler.

Brauche ich einen Bambusbesen oder geht auch ein Milchschäumer?

Ein elektrischer Milchschäumer löst das Pulver zuverlässig und funktioniert für Latte gut. Der Bambusbesen (Chasen) mit 100 Borsten schlägt allerdings feinporigeren Schaum ein und behandelt das Pulver schonender. Für die reine Zubereitung ohne Milch ist der Chasen klar im Vorteil.

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