Usucha und Koicha sind die zwei klassischen Arten, Matcha zuzubereiten: Usucha (薄茶, „dünner Tee") wird schaumig geschlagen, Koicha (濃茶, „dicker Tee") zur zähflüssigen Paste verrührt. Der Unterschied liegt vor allem im Verhältnis von Pulver zu Wasser – und darin, welche Matcha-Qualität du dafür brauchst.
Das Wichtigste in Kürze
- Usucha („dünner Tee"): ca. 1,5–2 g Matcha auf 60–80 ml Wasser, mit dem Chasen schaumig geschlagen. Die alltägliche, leichtere Zubereitung.
- Koicha („dicker Tee"): ca. 3,5–5 g Matcha auf 20–40 ml Wasser, sanft zur Paste verrührt – Konsistenz wie geschmolzene Schokolade.
- Koicha ist rund vier- bis fünfmal so konzentriert wie Usucha und braucht deshalb erstklassigen Matcha; günstige Qualitäten schmecken bitter.
- Die Wassertemperatur liegt bei beiden bei maximal 75 °C, sonst wird der Tee bitter.
- Der Begriff „geeignet für Koicha" ist ein Qualitätshinweis: Nur milde, umami-reiche Sorten bestehen den Koicha-Test.
Der Hinweis „geeignet für Koicha" taucht in der Beschreibung vieler hochwertiger Matcha-Sorten auf. Aber was bedeutet Koicha oder Usucha überhaupt – und wie unterscheiden sich die beiden? Genau das klären wir hier.
Was ist der Unterschied zwischen Usucha und Koicha?
Usucha und Koicha beschreiben zwei unterschiedliche Arten der Matcha-Zubereitung. Usucha heißt übersetzt „dünner, heller Tee", Koicha „schwerer, dunkler Tee". Der Name bezieht sich auf die Intensität und Konzentration des Tees. Bei Usucha verrührst du 60–80 ml Wasser mit 1,5–2 g Matcha, bei Koicha kommen auf 20–40 ml Wasser 3,5–5 g Pulver.
Beide Varianten haben dadurch eine völlig unterschiedliche Konsistenz. Usucha erinnert an einen Cappuccino oder starken Espresso, Koicha eher an geschmolzene Schokolade oder flüssigen Honig. In Japan sagt man, man „kaut" Koicha eher, als dass man ihn trinkt – das trifft die dickflüssige Textur ziemlich gut.
Merkmal |
Usucha (薄茶) |
Koicha (濃茶) |
Bedeutung |
„dünner Tee" |
„dicker Tee" |
Matcha |
1,5–2 g |
3,5–5 g |
Wasser |
60–80 ml |
20–40 ml |
Konsistenz |
leicht, schaumig |
zähflüssig, paste-artig |
Technik |
schnell schaumig schlagen |
sanft verrühren |
Qualität |
alle guten Sorten |
nur Premium-Qualität |
Anlass |
Alltag |
Zeremonie, besonderer Moment |
Wie unterscheidet sich die Zubereitung von Usucha und Koicha?
Neben Pulver- und Wassermenge unterscheidet sich vor allem die Art des Rührens. Beim dünnen Usucha führst du den Chasen in schnellen w-förmigen Bewegungen durch die Schale, um den Tee schaumig zu schlagen. Koicha wird dagegen weniger geschlagen als sanft verrührt – bis eine glatte, homogene Paste entsteht.
Sieben
Matcha in die Schale sieben, damit keine Klümpchen entstehen.
Anrühren
Wenig Wasser (max. 75 °C) zugeben und zur glatten Paste verrühren.
Fertigstellen
Usucha: mehr Wasser, schaumig schlagen. Koicha: nur wenig Wasser, sanft weiterrühren.
So ähnelt die Zubereitung des dickflüssigen Koicha stark der ersten Phase der klassischen Matcha-Zubereitung, bei der zuerst eine homogene Paste angerührt wird. Eine ausführliche Anleitung findest du in unserem Beitrag zur richtigen Matcha-Zubereitung.

Warum braucht Koicha eine höhere Matcha-Qualität?
Durch die sehr hohe Konzentration ist der Geschmack von Koicha wesentlich intensiver als bei Usucha. Selbst feinste Geschmacksnoten werden wahrgenommen – deshalb werden die besten Tees traditionell als Koicha verkostet. Erst diese konzentrierte Form macht eine genaue Charakterisierung möglich. Die Kehrseite: Auch unangenehme Noten wie Säure und Bitterkeit treten deutlicher hervor.
Aus diesem Grund empfehlen wir, nur die hochwertigsten Tees als Koicha zuzubereiten. Bei günstigen Einstiegsqualitäten dominieren sonst die Bitternoten. Nur echte Premium-Qualitäten überzeugen auch in konzentrierter Form mit süßem, komplexem Charakter und vollem Umami. Für Koicha eignen sich traditionell schattengezogene Tees aus der ersten Ernte, wie sie etwa aus dem bekannten Anbaugebiet Uji stammen.

Matcha Hitotsu - Uji-Edition (JAS)
Premium-Qualität aus Uji – mild, umami-reich und ideal für Koicha.
ab 35,00 € · 1.166,67 €/kg
Welche Schale passt zu Usucha und Koicha?
Neben dem Bambusbesen (Chasen) und dem Bambuslöffel für die richtige Portionierung unterstützt auch die passende Schale die beiden Zubereitungsarten.
Die richtige Schale für Usucha
Für Usucha, die dünnere und leichtere Version, eignen sich breite, flache Teeschalen am besten. Sie geben dem Tee Raum, sich frei auszubreiten und seine Aromen zu entfalten, und bieten genug Platz, um mit dem Chasen eine leichte, luftige Schaumschicht zu schlagen.
Die richtige Schale für Koicha
Für den dickflüssigen Koicha empfehlen sich tiefere, schmalere Teeschalen. Sie erhalten Intensität und Geschmacksfülle, weil der Tee weniger Oberfläche zum Verdunsten hat.

Wichtig ist außerdem die Qualität der Schale: Sie sollte haptisch wie optisch ansprechend sein, denn die Wertschätzung des Tees drückt sich auch über die Ästhetik seines Gefäßes aus.
Usucha oder Koicha – was solltest du wählen?
Ob du deinen Tee mit mehr oder weniger Wasser zubereitest, ist am Ende Geschmackssache. In Japan ist es üblich, die besten Sorten als Koicha zuzubereiten und eine Schale mit mehreren Personen zu teilen. In Europa bildet Koicha noch die Ausnahme – auch wirklich gute Tees werden hier überwiegend als Usucha getrunken.
Unser Rat: Achte nicht zu sehr auf Vorgaben oder Bezeichnungen, sondern bereite den Tee so zu, wie er dir am besten schmeckt. Teste einfach verschiedene Konzentrationen und vergleiche sie miteinander, um deinen persönlichen Favoriten zu finden. Solange die Matcha-Qualität stimmt, kannst du dabei nichts falsch machen. Wer es cremig mag, findet mit dem Matcha Latte außerdem eine unkomplizierte, moderne Alternative.






