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Verschiedene Teesorten - die Unterschiede kurz erklärt

Heute wollen wir euch einen kurzen Einblick in die Unterschiede der insgesamt nur sechs verschiedenen Teesorten geben, damit ihr bei eurem nächsten Einkauf im Teegeschäft den Überblick behaltet.
Laura
Laura · Tee-Lexikon & Japan-Fan
Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2026 · Lesezeit ca. 4 Min.
✓ Mit Quellen geprüft

Laura ist unser "Tee-Lexikon" und ein echter Japan-Fan. Es gibt so gut wie keine Tee-Frage, auf die sie keine Antwort hat. In unserem Blog teilt sie dieses Wissen. Alle Beiträge ansehen →

Sechs Teesorten – mehr gibt es botanisch nicht. Grüner, weißer, gelber, Oolong-, schwarzer und Pu-erh-Tee stammen alle von derselben Pflanze: Camellia sinensis. Was sie unterscheidet, ist ein einziger Produktionsschritt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt genau sechs echte Teesorten: Grün, Weiß, Gelb, Oolong, Schwarz, Pu-erh – alle aus Camellia sinensis.
  • Kräuter- und Früchtetee ist kein Tee, sondern ein teeähnliches Aufgussgetränk ohne Teepflanzen-Anteil.
  • Der entscheidende Unterschied ist der Oxidationsgrad: Grüntee 0 %, Oolong halb, Schwarztee vollständig.
  • Matcha ist keine eigene Sorte, sondern gemahlener Grüntee aus beschattetem Tencha.
  • Beim Matcha wird das ganze Blatt getrunken – 2 g liefern rund 60–80 mg Koffein, vergleichbar mit einem starken Espresso.

Warum gibt es nur sechs Teesorten?

Alle echten Teesorten stammen von Camellia sinensis ab, der Teepflanze. Zwei Varietäten dominieren: Camellia sinensis var. sinensis (kleinblättrig, China und Japan) und var. assamica (großblättrig, Assam und Yunnan).

Pfefferminze, Kamille, Rooibos oder Hagebutte enthalten kein einziges Teeblatt. Sie heißen deshalb korrekt teeähnliche Aufgussgetränke – ein Unterschied, der auch lebensmittelrechtlich gilt.

Gut zu wissen: Auch Hojicha, Genmaicha und Gyokuro sind keine eigenen Sorten, sondern Verarbeitungsformen von grünem Tee.

Was macht aus einer Pflanze sechs Sorten?

Der Unterschied entsteht nach der Ernte – durch Oxidation. Bricht das Blatt auf, reagieren Enzyme (vor allem Polyphenoloxidase) mit Sauerstoff. Die Catechine wandeln sich in Theaflavine und Thearubigine um, das Blatt wird kupferrot bis schwarz und der Geschmack malziger.

Der Produzent entscheidet, wann dieser Prozess gestoppt wird. Genau daraus ergeben sich die sechs Sorten.

1
Welken

Die Blätter verlieren Feuchtigkeit und werden geschmeidig.

2
Oxidation steuern

Zulassen, halbieren oder sofort stoppen – hier fällt die Sortenentscheidung.

3
Fixieren

Dämpfen (Japan) oder Rösten im Wok (China) stoppt die Enzyme.

4
Trocknen & Sortieren

Restfeuchte raus, Stängel und Blattrippen werden entfernt.

Begriffs-Korrektur: Im Teehandel heißt der Prozess oft „Fermentation". Chemisch ist es eine enzymatische Oxidation – echte mikrobielle Fermentation findet nur beim Pu-erh statt.

Wo genau liegt der Unterschied zwischen den Teesorten?

Diese Tabelle zeigt Oxidationsgrad, Hauptanbauländer und bekannte Vertreter jeder Sorte:

Teesorte

Oxidation

Produktionsland

Bekannte Sorten

Grüner Tee

0 % – durch Dämpfen oder Rösten direkt gestoppt

Japan, China, Taiwan, Nepal, Indonesien

Sencha, Bancha, Gyokuro, Matcha, Shincha

Weißer Tee

ca. 2 % – nur Blattränder, ausschließlich junge Triebe

China (Fujian), Taiwan

Pai Mu Tan, Yin Zhen (Silbernadel)

Gelber Tee

gering – plus Gelbfärbung unter feuchten Tüchern

China, Taiwan

Junshan Yinzhen, Mengding Huangya

Oolong Tee

10–80 % – gezielt abgebrochen

China (Fujian), Taiwan, Vietnam, Thailand

Tie Guanyin, Yancha, Dong Ding

Schwarzer Tee

vollständig – 30 Minuten bis 3 Stunden

Indien, Sri Lanka, China, Kenia, Türkei, Japan

Assam, Darjeeling, Ceylon, Keemun

Pu-erh-Tee

Sonderfall – Oxidation gestoppt, danach mikrobielle Nachreife (bis 20 Jahre)

China (Yunnan)

Sheng (roh), Shu (reif)

Wie unterscheiden sich die Teesorten im Geschmack?

Der Oxidationsgrad bestimmt das Aroma. Wenig oxidierte Tees schmecken frisch, grasig und umami, weil viele Aminosäuren wie L-Theanin erhalten bleiben. Mit steigender Oxidation wird das Profil malzig, würzig und dunkler.

Weißer Tee ist der zurückhaltendste: blumig, honigartig, fast süß. Grüntee bringt vegetative Frische, japanische Sorten durch das Dämpfen zusätzlich eine deutliche Umami-Note. Oolong liegt dazwischen und kann je nach Oxidationsgrad floral-cremig oder röstig-fruchtig sein. Schwarztee schmeckt kräftig und malzig, Pu-erh erdig und holzig.

💡
Lauras Tipp: Wenn dir Grüntee schon einmal bitter vorkam, lag es meist nicht am Tee. Wasser mit 70–80 °C statt kochend und maximal 2 Minuten Ziehzeit machen den Unterschied. Details dazu findest du in unserem Beitrag zu den Ziehzeiten von Grüntee.

Welche Teesorte passt zu welchem Bedürfnis?

Für die Kaufentscheidung sind vor allem zwei Punkte relevant: der Oxidationsgrad und die Ziehzeit.

Mit zunehmender Oxidation sinkt der Aminosäuregehalt, und das Koffein löst sich von den Gerbstoffen, an die es im rohen Blatt gebunden ist. Ungebundenes Koffein gelangt schneller ins Blut – die Wirkung wird als intensiver, aber kürzer wahrgenommen. Die Ziehzeit steuert zusätzlich, wie viel davon überhaupt ins Getränk übergeht.

Eine Sonderrolle spielt Matcha: Weil das gemahlene Blatt vollständig getrunken wird, gelangen die Inhaltsstoffe nicht nur teilweise über den Aufguss in die Tasse. 2 Gramm Matcha enthalten etwa 60–80 mg Koffein, eine Tasse aufgegossener Grüntee (240 ml) rund 30–50 mg.

Wenn du suchst …

Teesorte

Warum

Milden Einstieg

Sencha oder Bancha

Verzeihen Zubereitungsfehler, ausgewogen im Geschmack

Maximale Konzentration an Inhaltsstoffen

Matcha

Ganzes Blatt statt Aufguss

Etwas Feines, Zartes

Gyokuro oder Weißer Tee

Beschattet bzw. nur junge Triebe, sehr aromatisch

Kräftigen Morgentee

Schwarzer Tee

Voll oxidiert, malzig, milchverträglich

Koffeinarmen Abendtee

Hojicha

Röstung reduziert den Koffeingehalt deutlich

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Fazit

Sechs Sorten, eine Pflanze, ein entscheidender Produktionsschritt. Wer den Oxidationsgrad versteht, findet im Tee-Regal in Sekunden die richtige Richtung – und weiß, dass Kamille und Hagebutte in einer ganz anderen Kategorie stehen.

Häufige Fragen

Wie viele Teesorten gibt es wirklich?

Es gibt sechs echte Teesorten: Grüner Tee, Weißer Tee, Gelber Tee, Oolong, Schwarzer Tee und Pu-erh. Alle stammen von derselben Pflanze Camellia sinensis. Kräuter- und Früchtetees sind botanisch kein Tee, sondern teeähnliche Aufgussgetränke.

Was ist der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee?

Der Unterschied liegt in der Oxidation. Bei Grüntee wird sie direkt nach der Ernte durch Dämpfen (Japan) oder Rösten (China) gestoppt, das Blatt bleibt grün. Schwarzer Tee oxidiert dagegen vollständig über 30 Minuten bis 3 Stunden, wird dunkel und schmeckt kräftiger und malziger.

Ist Matcha eine eigene Teesorte?

Nein, Matcha gehört zur Sorte Grüner Tee. Er wird aus beschattetem Tencha hergestellt, dessen Blattfleisch auf Granitsteinmühlen zu feinem Pulver vermahlen wird – rund 30 bis 40 Gramm pro Stunde und Mühle. Anders als bei Aufgusstee trinkt man beim Matcha das ganze Blatt mit.

Welche Teesorte hat am meisten Koffein?

Matcha liegt vorn: 2 Gramm Pulver enthalten etwa 60–80 mg Koffein, vergleichbar mit einem starken Espresso. Aufgegossener Grüntee kommt pro Tasse (240 ml) auf rund 30–50 mg, Schwarztee auf etwa 14–70 mg. Entscheidend sind Sorte, Dosierung und Ziehzeit.

Welche Teesorte eignet sich für Einsteiger?

Japanischer Grüntee ist ein guter Start: Sencha ist mild-vegetativ und verzeiht Fehler, Bancha schmeckt nussig und alltagstauglich. Wer den Geschmack von Grüntee in konzentrierter Form kennenlernen möchte, beginnt mit Matcha – am besten mit einem Set inklusive Bambusbesen.

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