Matcha Set mit dunkler Schale, Löffel, Dose und Besen

Matcha Zubehör – Ein Überblick

Erfahre welches Zubehör du für die Zubereitung von Matcha Tee wirklich benötigst - Was gibt es noch neben Matcha Schale und Bambusbesen
Laura
Laura · Tee-Lexikon & Japan-Fan
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026 · Lesezeit ca. 5 Min.
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Laura ist unser "Tee-Lexikon" und ein echter Japan-Fan. Es gibt so gut wie keine Tee-Frage, auf die sie keine Antwort hat. In unserem Blog teilt sie dieses Wissen. Alle Beiträge ansehen →

Matcha Zubehör reicht von unverzichtbar bis rein ästhetisch – und genau diese Unterscheidung spart dir beim Kauf Geld und Frust. Dieser Überblick zeigt dir, welche vier Werkzeuge du für einen guten Matcha wirklich brauchst und welche Stücke reine Kür sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur drei Utensilien sind Grundausstattung: Bambusbesen (Chasen), Bambuslöffel (Chashaku) und Matcha-Schale (Chawan). Alles Weitere ist optional.
  • Der Chasen ist das einzig wirklich unverzichtbare Werkzeug. Er wird aus einem einzigen Stück Bambus geschnitzt und hat je nach Ausführung 70–120 Borsten.
  • Herkunft: Rund 90 % aller japanischen Bambus-Teeutensilien stammen aus Takayama (Stadt Ikoma, Präfektur Nara) – dem seit über 500 Jahren bestehenden Zentrum der Chasen-Herstellung.
  • Goldener vs. dunkler Bambus unterscheidet sich nur optisch: Qualität und Langlebigkeit sind identisch, dunkler Bambus ist nur seltener und dadurch teurer.
  • Ein Sieb (Furui) löst Klümpchen vor dem Aufschlagen und macht den Matcha cremiger – ein günstiges, aber wirkungsvolles Extra.

Für die klassische Matcha-Zubereitung genügt eine überschaubare Ausstattung. Wir gehen die Werkzeuge in der Reihenfolge durch, in der sie beim Zubereiten zum Einsatz kommen – vom Sieben über das Dosieren bis zum Aufschlagen – und sagen dir bei jedem, ob es Pflicht oder Kür ist.

Welches Matcha Zubehör brauchst du wirklich?

Grundsätzlich bilden drei Utensilien die traditionelle Grundausstattung: der Bambusbesen (Chasen), der Bambuslöffel (Chashaku) und die Matcha-Schale (Chawan). Damit kannst du jeden Matcha standesgemäß zubereiten. Sieb, Besenhalter und Teedose verbessern Ergebnis, Handhabung oder Lagerung – nötig sind sie nicht.

Utensil

Japanischer Name

Notwendigkeit

Funktion

Bambusbesen

Chasen (茶筅)

Unverzichtbar

Verrührt und schäumt den Matcha auf

Bambuslöffel

Chashaku (茶杓)

Grundausstattung

Dosiert das Pulver

Matcha-Schale

Chawan (抹茶椀)

Grundausstattung

Gefäß zum Zubereiten und Trinken

Sieb

Furui (篩)

Optional

Löst Klümpchen für cremige Textur

Besenhalter

Kusenaoshi

Optional

Trocknet den Chasen formstabil

Teedose

Natsume (棗)

Optional

Lagert Matcha licht- und luftgeschützt

Warum ist der Bambusbesen (Chasen) unverzichtbar?

Der Chasen ist das wichtigste und einzig wirklich unverzichtbare Werkzeug. Dieses von Hand aus einem einzigen Stück Bambus gefertigte Utensil ist bei der traditionellen Zubereitung durch nichts zu ersetzen. Je nach Ausführung hat der Besen zwischen 70 und 120 Borsten, die zum Verrühren und Aufschäumen des Tees dienen.

Die Kunst der Chasen-Herstellung hat ihren Ursprung in Takayama in der japanischen Präfektur Nara, wo seit über 500 Jahren nach traditionellen Techniken gefertigt wird. Bis heute stammen rund 90 % aller japanischen Bambus-Teeutensilien von dort. Der Bambusbesen geht auf die Muromachi-Zeit (etwa 1336–1573) zurück; als früher Wegbereiter gilt der Teemeister Murata Jukō.

Ein Detail mit Folgen für den Geschmack: Ein Schneebesen aus Metall würde das feine Aroma des Matcha beeinträchtigen – deshalb bleibt Bambus das Material der Wahl. Wie du den Chasen richtig pflegst und einsetzt, liest du in unserer Anleitung zur Matcha-Zubereitung.

Dunkler Matcha-Bambusbesen und Bambuslöffel neben einer Matcha-Schale

Welcher Chasen passt zu Usucha und Koicha?

Je mehr Borsten ein Chasen hat, desto leichter und feiner lässt sich der Tee verrühren. Die Ausführung entscheidet aber auch über die Teeart:

1
Usucha (dünn)

Filigrane Besen mit vielen, feinen Borsten schlagen den leichten, dünnflüssigen Matcha luftig auf.

2
Koicha (dick)

Besen mit wenigen, kräftigeren Borsten kommen mit dem zähflüssigen, dickeren Matcha besser zurecht.

Mehr zum Unterschied der beiden Zubereitungsarten erfährst du im Beitrag Usucha und Koicha. Bei der Materialwahl gilt: Goldener und dunkler Bambus unterscheiden sich nur ästhetisch – Qualität und Langlebigkeit sind identisch. Dunkler Bambus ist lediglich seltener, was den höheren Preis erklärt.

Wofür brauchst du den Bambuslöffel (Chashaku)?

Der Chashaku dient der Entnahme und Dosierung des Matcha-Pulvers. Da die elektrostatischen Haftkräfte von Holz geringer sind als die von Metall, bleibt am Bambuslöffel weniger feines Pulver haften als an einem Metalllöffel – das Dosieren wird sauberer. Zusammen mit Chasen und Chawan bildet er die traditionelle Grundausstattung. Wie beim Besen gibt es ihn aus goldenem und dunklem Bambus.

Tipp: Eine typische Portion Matcha sind etwa 1–2 gehäufte Chashaku (rund 1–2 g) pro Schale. Über den Löffel dosierst du gleichmäßiger als mit dem Teelöffel.

Was macht die Matcha-Schale (Chawan) besonders?

Kommen wir zum kunstvollen Teil des Zubehörs: der Chawan. Sie ist nicht zwingend notwendig – im Prinzip genügt jede Schale mit passender Form und ausreichender Größe. Eine echte Chawan aus japanischer Handwerkskunst verleiht der Zubereitung aber ein ganz anderes Gefühl.

Die leicht unebene Oberfläche und die oft ausdrucksstarken Verzierungen geben jeder Schale ihren eigenen Charakter. Man sieht sofort, dass es sich um handgefertigte Einzelstücke handelt, nicht um Massenware. So ist eine Chawan nicht nur ein Trinkgefäß, sondern immer auch ein Stück Kunst. Für Matcha Latte oder zum Aufteilen auf mehrere Tassen gibt es zudem Schalen mit Ausguss.

Cremeweiße handgetöpferte Matcha-Schale Chawan mit aufgeschlagenem Matcha

Braucht man ein Matcha-Sieb (Furui)?

Pflicht ist es nicht, aber es lohnt sich: Wird Matcha vor dem Aufschlagen fein gesiebt, lösen sich die kleinen Klümpchen und das Pulver wird wieder homogen. Der Tee lässt sich danach schneller und gleichmäßiger verrühren und wird spürbar cremiger.

Hierzulande wird oft ein feines Küchensieb genutzt; in Japan kommen spezielle Siebeinlagen für Matchadosen zum Einsatz, durch die das Pulver mit einem kleinen Spatel direkt in die Dose gedrückt wird – so hast du Sieb und Behältnis in einem. Dass ein Edelstahlsieb dem Aroma übrigens nicht schadet, erklären wir im Faktencheck Matcha vs. Metall.

Welches Zubehör ist optional?

Zwei weitere Stücke sind praktisch, aber Kür.

Der Besenhalter (Kusenaoshi) dient der Aufbewahrung des Chasens: Auf dem Halter trocknet der Besen schnell und behält seine Form – das verlängert die Lebensdauer spürbar. Die Teedose (Natsume) lagert Matcha licht- und luftgeschützt. Da diese oft von Hand gefertigten Gefäße ähnlich kunstvoll wie die Schalen verziert sind, bilden sie eine ästhetische Alternative zu gewöhnlichen Aluminiumdosen.

Matcha-Besenhalter Kusenaoshi aus Keramik mit Bambusbesen

💡
Lauras Tipp: Wer neu startet, muss nicht jedes Teil einzeln kaufen. Ein Starter-Set aus Bio-Matcha, Besen und Löffel deckt die Grundausstattung ab und ist günstiger als die Einzelteile – die Chawan lässt sich anfangs durch eine passende Schale aus dem eigenen Schrank ersetzen.
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Fazit: Womit solltest du starten?

Für den Einstieg brauchst du genau drei Dinge: einen Chasen, einen Chashaku und eine Chawan. Ein Sieb macht den Matcha cremiger, Besenhalter und Teedose verlängern Lebensdauer und Frische. Alles darüber hinaus ist eine Frage des persönlichen Geschmacks – und der Freude an japanischer Handwerkskunst.

Häufige Fragen

Was braucht man mindestens für die Matcha-Zubereitung?

Für die traditionelle Zubereitung genügen drei Utensilien: ein Bambusbesen (Chasen), ein Bambuslöffel (Chashaku) und eine Matcha-Schale (Chawan). Ein Sieb, ein Besenhalter und eine Teedose sind praktisch, aber nicht zwingend nötig. Wer sparen will, kann die Chawan anfangs durch eine passende Schale aus dem eigenen Haushalt ersetzen.

Kann man Matcha ohne Bambusbesen zubereiten?

Der Chasen ist das einzige wirklich unverzichtbare Werkzeug, weil er den Matcha gleichmäßig verrührt und aufschäumt. Alternativ funktioniert ein kleiner elektrischer Milchaufschäumer, das Ergebnis ist aber weniger fein. Ein Schneebesen aus Metall wird nicht empfohlen, da er das Aroma beeinträchtigen kann.

Worin unterscheiden sich goldener und dunkler Bambus beim Chasen?

Der Unterschied ist rein ästhetisch. Qualität und Langlebigkeit beider Materialien sind identisch. Dunkler Bambus ist lediglich seltener, weshalb er meist etwas teurer ist. Für die Funktion ist entscheidender, wie viele Borsten der Besen hat: viele feine Borsten für Usucha, wenige kräftige für Koicha.

Muss man Matcha vor der Zubereitung sieben?

Sieben ist keine Pflicht, verbessert das Ergebnis aber deutlich. Durch das Sieb lösen sich Klümpchen, das Pulver wird homogen und lässt sich schneller und cremiger aufschlagen. Ein feines Edelstahlsieb ist dafür bestens geeignet und beeinträchtigt das Aroma nicht.