Eine Matcha Biskuitrolle vereint zwei Welten: den lockeren, wolkigen Biskuit deutscher Kaffeetafel-Tradition und den feinherben, grasig-süßen Geschmack von japanischem Matcha. Das Ergebnis ist ein Dessert, das nicht nur schmeckt, sondern durch sein sattes Grün auch optisch überrascht.
Das Wichtigste in Kürze
- Für das satte Grün zählt die Backtemperatur: Ab etwa 170–175 °C baut sich das Chlorophyll im Matcha schnell ab, der Biskuit wird bräunlich. Dieses Rezept bäckt daher bei 175 °C nur 8–10 Minuten.
- Ein kräftiger, robuster Matcha (Culinary- bzw. Alltags-Qualität) setzt sich im Teig besser durch als ein feiner Zeremonie-Matcha, dessen zarte Aromen beim Backen ohnehin verloren gehen.
- Matcha für den Teig immer gesiebt und zuerst mit den trockenen oder fettigen Zutaten mischen – das verhindert Klümpchen und grüne Sprenkel.
- Der Deko-Matcha gehört erst kurz vor dem Servieren über die Rolle: Kondenswasser lässt ihn sonst stumpf und fleckig wirken.
- Vorbereitung am Vortag verbessert das Ergebnis – die Rolle wird nach einigen Stunden im Kühlschrank schnittfester und aromatischer.
Die Biskuitrolle verbinden viele mit dem Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen. Mit Matcha wird aus dem Klassiker etwas Neues – und ein guter Einstieg, um skeptische Gäste vom Matcha-Geschmack zu überzeugen. Denn hochwertiger Matcha schmeckt nicht bitter, sondern cremig, feinherb und fast butterzart.
Welcher Matcha eignet sich zum Backen?
Zum Backen braucht es keinen teuren Zeremonie-Matcha. Im Gegenteil: Dessen feine, umami-betonte Aromen werden durch Hitze, Zucker und Eier ohnehin überdeckt. Sinnvoller ist ein kräftiger, etwas herberer Matcha in Alltags- oder Culinary-Qualität, dessen Geschmack sich im Teig durchsetzt.
Wichtig ist trotzdem echte Qualität: Ein frischer, sattgrüner Matcha bringt Farbe und Geschmack, ein alter, bräunlicher schmeckt flach und färbt schlecht. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag zu Matcha zum Backen und Kochen.
Warum verliert Matcha beim Backen seine grüne Farbe?
Das leuchtende Grün von Matcha stammt vom Chlorophyll – und das ist hitzeempfindlich. Oberhalb von etwa 170 °C beginnt es sich zunehmend abzubauen, wodurch der Biskuit von sattem Jade in Richtung Oliv oder Braun kippt. Deshalb gilt: eher niedrigere Temperatur und kürzere Backzeit als zu heiß und zu lang.
Auch der Säuregehalt des Teigs spielt mit: In stark saurer Umgebung (etwa durch viel Zitrone) und bei zu viel Natron/Backsoda verliert Matcha schneller seine Farbe. Ein neutral eingestellter Teig – wie in diesem Rezept – hält das Grün am besten.
Wie bereite ich die Matcha Biskuitrolle Schritt für Schritt zu?
Das Rezept besteht aus drei Teilen: einer cremigen Füllung auf Milchbasis, dem grünen Biskuit und dem Aufrollen. Plane die Füllung zuerst ein, denn sie muss vollständig auskühlen.
Füllung kochen
Milch mit Maisstärke, Zucker und Honig unter Rühren andicken, kurz auskochen und abgedeckt kalt stellen.
Biskuit backen
Eier, Zucker, Honig und Matcha luftig aufschlagen, Mehl unterheben, 8–10 Min. bei 175 °C backen.
Füllen & rollen
Kalte Creme mit steifer Sahne verrühren, aufstreichen, mit Backpapier aufrollen und 2 Std. kühlen.
Zutaten
Für die Füllung:
- 300 ml Milch
- 30 g Maisstärke
- 70 g weißer Zucker
- 1 TL Honig
- 120 ml Schlagsahne
- 1 TL Vanille-Extrakt
Für den Biskuitteig:
- 60 g weißer Zucker
- 3 Eier
- 1 EL Bio Matcha Itsutsu (kräftiger, fruchtiger Matcha – ideal zum Backen)
- 2 TL Honig
- 25 g Mehl
- 1 gehäufter TL Maisstärke (ca. 4 g)
Dazu zum Verzieren: etwas Matcha zum Aufsieben und Puderzucker.
Die Füllung
Gib die Milch in einen kleinen Topf, siebe die Maisstärke ein und rühre sie mit dem Schneebesen klumpenfrei ein. Füge Honig und Zucker hinzu und rühre bei geringer Hitze ständig weiter. Kurz bevor die Mischung zu kochen beginnt, wird sie glatt und dick – rühre dann noch 1–2 Minuten weiter, um den Stärkegeschmack auszukochen.
Nimm den Topf vom Herd und gieße die Masse in eine flache Schüssel. Decke sie direkt auf der Oberfläche mit Frischhaltefolie ab, damit sich keine Haut bildet, und lass sie im Kühlschrank vollständig auskühlen.
Der Biskuit
Heize den Ofen auf 175 °C (Ober-/Unterhitze) vor und lege ein Backblech mit Backpapier aus. Verrühre Zucker, Honig, gesiebtes Matcha-Pulver und Eier in einer großen Schüssel. Schlage die Masse 7–10 Minuten auf, bis sie sich fast verdreifacht hat, heller wird und dick-flaumig ist.
Mische Mehl und Maisstärke, siebe beides über die Eimasse und hebe es vorsichtig unter, damit die Luft im Teig bleibt. Streiche den Teig gleichmäßig auf das Blech und backe ihn nur 8–10 Minuten – so bleibt der Biskuit saftig und die Farbe grün.
Schlage in einer sauberen Schüssel die Sahne steif; beim Anheben der Quirle sollten sich feine Spitzen bilden. Rühre die kalte Füllung mit dem Vanille-Extrakt glatt und hebe die Sahne unter.
Füllen und aufrollen
Lass den Biskuit 2–3 Minuten auf dem Blech abkühlen. Bestreue ein frisches Blatt Backpapier mit Puderzucker und stürze den Kuchen mit der Oberseite nach unten darauf. Ziehe das alte Backpapier vorsichtig ab.
Streiche die Füllung gleichmäßig auf und rolle den Biskuit mithilfe des Backpapiers auf. Wickle die Rolle in Frischhaltefolie und lass sie mindestens 2 Stunden – am besten über Nacht – im Kühlschrank durchziehen.
Womit lässt sich die Matcha Biskuitrolle abwandeln?
Die Rolle ist eine gute Basis zum Experimentieren. Statt der Vanille-Milchcreme passt eine Matcha-Buttercreme für ein intensiveres Tee-Aroma, oder du gibst frische Beeren mit in die Füllung. Wer es weniger süß mag, reduziert den Zucker in der Creme leicht.
Bio Matcha Itsutsu
Kräftig-fruchtiger Bio-Matcha – ideal zum Backen
ab 19,00 € · 633,33 €/kg
Fazit
Die Matcha Biskuitrolle zeigt, wie gut sich japanischer Grüntee in klassisches Gebäck einfügt. Mit einem kräftigen Matcha, einer niedrigen Backtemperatur und etwas Geduld beim Durchziehen gelingt ein Dessert, das grün leuchtet und feinherb schmeckt – perfekt für die nächste Kaffeetafel.






