Die Matcha Knappheit ist kein Gerücht und kein Marketing-Trick: Seit Herbst 2024 spricht die Global Japanese Tea Association von der ersten Matcha-Knappheit der Geschichte. Betroffen ist gezielt Tencha – das beschattete Blatt, aus dem Matcha gemahlen wird. Hier erfährst du, was dahintersteckt, wie sich die Lage 2026 entwickelt hat und was das für deine Dose bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Knappheit betrifft Tencha, nicht Grüntee allgemein: Japans Grüntee-Exporte stiegen im Geschäftsjahr 2025 um 42 % auf 13.125 Tonnen, während Ceremonial-Matcha knapp blieb.
- Der Exportwert japanischen Grüntees verdoppelte sich 2025 auf 84,7 Milliarden Yen – die Preise stiegen also rund doppelt so schnell wie die Menge.
- Bei den Tencha-Auktionen 2026 erreichte der nationale MAFF-Durchschnitt etwa 14.541 Yen pro Kilogramm, Kagoshima-Tencha rund 19.000 Yen pro Kilogramm.
- Ein neu gepflanzter Teebusch braucht vier bis fünf Jahre bis zur vollen Ernte – Neuanpflanzungen von 2024/2025 wirken sich erst um 2029/2030 aus.
- Zwischen 2000 und 2020 verlor Japan rund 53.000 Teebauern durch Ruhestand; der Nachwuchs fehlt.
Warum ist Matcha aktuell knapp?
Die Matcha Knappheit entsteht aus zwei Kräften, die gleichzeitig wirken: eine weltweit stark gestiegene Nachfrage und ein Angebot, das sich nur im Takt von Jahren erweitern lässt. Matcha hat sich in wenigen Jahren vom Nischenprodukt zum globalen Getränk entwickelt – über Matcha Latte, Matcha-Kekse, Cafés und Social Media.
Die Zahlen zeigen den Druck deutlich. Japans Grüntee-Exporte legten im Geschäftsjahr 2025 um 42 Prozent auf 13.125 Tonnen zu, der Exportwert verdoppelte sich auf 84,7 Milliarden Yen. Pulvertee machte dabei rund 70 Prozent des Volumens aus. Wenn der Wert doppelt so schnell wächst wie die Menge, konkurrieren Käufer weltweit um dieselbe begrenzte Ernte.
Was ist Tencha – und warum ist genau das knapp?
Matcha ist kein gemahlener Grüntee schlechthin. Die Basis ist Tencha: beschattete, entstielte Blätter der ersten Ernte, die anschließend auf Granitsteinmühlen zu Pulver vermahlen werden. Eine Steinmühle liefert je nach Bauart nur rund 30 bis 50 Gramm pro Stunde – das ist die eigentliche Engstelle in der Produktion.
Tencha macht nur einen kleinen Teil der japanischen Teeernte aus und stammt aus wenigen Regionen: Uji in der Präfektur Kyoto, Nishio in Aichi, Yame in Fukuoka und Kagoshima. Fällt in einer dieser Regionen eine Ernte schwächer aus, hat das System keinen Puffer. Deshalb kann Japans Grüntee-Export insgesamt wachsen, während Bio-Matcha in Ceremonial-Qualität gleichzeitig ausverkauft ist.
Warum lässt sich Matcha nicht einfach nachproduzieren?
Eine Ernte pro Jahr
Die besten Blätter für Matcha kommen aus der ersten Pflückung im Frühjahr (April/Mai). Sie legt das Mengenbudget für das ganze Jahr fest.
Fünf Jahre Vorlauf
Neu gepflanzte Teebüsche liefern erst nach vier bis fünf Jahren volle Erträge – und anfangs in geringer Menge.
Begrenzte Mühlenkapazität
Das Vermahlen auf Granitsteinmühlen ist langsam und nicht beliebig skalierbar.
Dazu kommt der Faktor Mensch. Zwischen 2000 und 2020 verlor Japan rund 53.000 Teebauern durch den Ruhestand, ohne dass die nächste Generation in gleichem Umfang nachrückt. Viele Betriebe zögern zudem beim Umstieg auf den aufwendigeren Tencha-Anbau, weil niemand weiß, wie lange der Boom trägt. Zur Einordnung: 2023 wurden in Japan rund 4.176 Tonnen Tencha geerntet – fast dreimal so viel wie 2010. Selbst diese Verdreifachung reicht der Nachfrage nicht.
Wie stark sind die Matcha-Preise gestiegen?
Der Preisanstieg lässt sich an den Frühjahrsauktionen ablesen, auf denen Händler die frische Tencha-Ernte ersteigern. 2025 verzeichnete die Branche den steilsten Preissprung in ihrer Geschichte; bei den ersten Uji-Auktionen lagen die Großhandelspreise rund 70 Prozent über dem Vorjahr.
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Tencha-Auktion 2026 |
Preis pro Kilogramm |
Was die Zahl bedeutet |
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Kyoto (Auktionsstart) |
ca. 8.235 ¥ |
Einstiegsniveau: Der Preis, mit dem die Saison in der wichtigsten Matcha-Region eröffnet wurde |
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Kyoto (JA Zen-Noh, Spitze) |
ca. 13.972 ¥ |
Spitzenlagen: Die besten Chargen der ersten Ernte kosteten fast das Doppelte des Startpreises |
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Landesdurchschnitt (MAFF) |
ca. 14.541 ¥ |
Gesamtbild Japan: Offizieller Mittelwert des Landwirtschaftsministeriums über alle Anbaugebiete |
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Kagoshima |
ca. 19.000 ¥ |
Höchstpreise: Der teuerste Tencha der Saison – ein Zeichen, wie hart um gute Ware konkurriert wird |
Für dich als Käufer heißt das: Ein Ceremonial-Matcha, dessen Preis seit 2023 unverändert geblieben ist, wirft eher Fragen auf als einer, der spürbar teurer geworden ist. Wie sich Qualität und Preis grundsätzlich zueinander verhalten, erklären wir im Beitrag worauf du beim Matcha-Kauf achten solltest.
Welche Rolle spielen Klima und Ernte?
Matcha ist ein Naturprodukt und reagiert empfindlich auf Wetter. Rekordhitze in der Region Kyoto während der entscheidenden Beschattungsphase beeinträchtigte Qualität und Menge der Tencha-Ernte – Kyoto steht für rund ein Viertel der japanischen Tencha-Produktion. Die Ernte 2025 galt mancherorts in Japan als die schlechteste seit 25 Jahren.
Erschwerend kommt hinzu, dass der genaue Erntezeitpunkt über den Gehalt an Aminosäuren und Chlorophyll entscheidet – also über Umami und Farbe. Verschieben sich die Jahreszeiten unvorhersehbar, wird dieses Timing schwieriger.
Woran erkennst du echten Matcha während der Knappheit?
Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, wächst die Versuchung, spätere Erntedurchgänge als „Ceremonial" zu etikettieren. Achte deshalb auf überprüfbare Angaben statt auf Werbeworte.
Ein zweiter Grund zur Aufmerksamkeit: Weil Japan zunehmend ausländischen Grüntee importiert, um den heimischen Markt zu versorgen, wird die Frage der Herkunft wichtiger. Echter Matcha muss aus japanischem Tencha bestehen – eine vage Länderangabe ohne Präfektur lässt diese Frage offen.
Was bedeutet die Matcha-Knappheit für dich?
Ganz praktisch: Deine Lieblingssorte kann zeitweise ausverkauft sein, Nachschub aus Japan dauert länger, und Preise bewegen sich nach oben. Analysten erwarten erhöhte Tencha-Preise mindestens bis 2027, weil die Neuanpflanzungen aus 2024 und 2025 erst gegen 2029/2030 nennenswerte Mengen liefern.
Gleichzeitig gibt es eine gute Nachricht: Es ist ein Beschaffungsproblem, keine Qualitätsgrenze. Echter Ceremonial-Matcha existiert weiterhin – er kostet nur, was seine Herstellung tatsächlich kostet.
Wie geht Kāru mit der Knappheit um?
Wir arbeiten seit 2017 direkt mit Familienbetrieben und Teefarmen in Japan zusammen. Diese langjährigen Beziehungen sind gerade jetzt entscheidend: Wer früh und verbindlich reserviert, bekommt auch in angespannten Jahren Zugang zu guten Chargen. Deshalb können wir unser Lager weiterhin füllen – auch wenn die verfügbaren Mengen kleiner sind als gewohnt.
Unsere Matchas sind bio-zertifiziert nach DE-ÖKO-006, und wir sagen dir offen, wenn eine Sorte nicht verfügbar ist oder eine Lieferung sich verzögert. Falls deine Sorte gerade fehlt: Jede Ernte und jeder Anbauort bringt ein eigenes Profil mit – ein guter Anlass, etwas Neues zu probieren.
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Fazit
Die Matcha Knappheit ist strukturell: Eine weltweit vervielfachte Nachfrage trifft auf ein Angebot, das an eine Frühjahrsernte, wenige Anbauregionen und fünf Jahre Wachstumszeit gebunden ist. Bis mindestens 2027 bleibt die Lage angespannt. Wer auf benannte Herkunft, Ernteangabe und ein echtes Bio-Siegel achtet, kauft auch in dieser Phase verlässlich guten Matcha.






